Rezension: Die Kurdenfrage im Kontext des Beitritts der Türkei zur Europäischen Union (N. Kesen, 2009)

Kesen spiegelt die kurdischen Debatten um eine demokratische Lösung der „Kurdenfrage“ und skizziert den Ansatz derjenigen Akteure, die in der Hoffnung auf politische Veränderungen in der Türkei auf die EU gesetzt haben und hier wiederholt enttäuscht werden mussten.

Die Europäische Union (EU) steckt gegenwärtig in ihrer tiefsten Krise und es ist ungewiss, ob sie in ihrer jetzigen Form bestehen wird. Die Krise führt auch teilweise zu einer Entwertung der bisherigen politikwissenschaftlichen Literatur, die von Prämissen ausging, die inzwischen wenig Gültigkeit beanspruchen können. So ging etwa die These von der „Europäisierung“ davon aus, dass die Nähe zur EU mit Demokratisierung und ökonomischem Erfolg gleichzusetzen sei. Auch wurde angenommen, dass Staaten bereit wären, ihre politischen und ökonomischen Strukturen grundlegend zu ändern, um als EU-Beitrittskandidaten anerkannt zu werden. Innerhalb weniger Jahre sind die Ansprüche wesentlich bescheidener geworden. Während bis vor kurzem von der „normativen Kraft“ der EU die Rede war, würde einigen Akteuren inzwischen der institutionelle Selbsterhalt bereits genügen. Insofern ist der Blick in eine politikwissenschaftliche Publikation von 2009 eine kleine Zeitreise.

Weiterlesen bei: kritisch-lesen.de

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>