Massenverhaftungen in der Türkei: Kein Ende in Sicht

126 000 Menschen wurden seit Juli 2016 festgenommen, über 59 000 davon inhaftiert / Betroffen sind nicht nur vermeintliche Gülen-Anhänger

Ein Überblick darüber, wer derzeit in der Türkei aus politischen Gründen festgenommen oder inhaftiert ist, ist kaum noch möglich – allein wegen der schieren Anzahl der täglichen Verhaftungen. So finden sich etwa unterschiedliche Abgaben darüber, wie viele JournalistInnen in der Türkei inhaftiert sind: Während vorsichtige Schätzungen von über 170 ausgehen, melden Netzwerke wie Turkey Purge, dass sich 301 ReporterInnen in türkischen Gefängnissen befinden.

Etwa die Hälfte der über 126.000 Festgenommenen wurde nicht inhaftiert, sondern nach kurzer Zeit wieder freigelassen. In vielen Fällen dient die Festnahme der Einschüchterung von Menschen, die von dem Regime als UnterstützerInnen der Opposition angesehen werden. Mit der Festnahme und möglichen Misshandlungen im Polizeigewahrsam soll ihnen Angst eingejagt werden. Es kommt zudem vor, dass Menschen durch offenkundig falsche Denunziation zunächst festgenommen und dann freigelassen wurden, weil sie für das Regime keine Gefahr darstellen. […]

Weiterlesen: Neues Deutschland (11. Oktober 2017)

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