Was wird aus “Rojava”?: “Die syrischen Kurden müssen aufpassen”

Die Kurden in Syrien haben sich als schlagkräftige Truppe im Anti-IS-Kampf einen Namen gemacht. Im Schatten des Krieges ist ihr quasi-autonomes Gebiet gewachsen, die USA unterstützen das linke Projekt aus militärischen Gründen – noch. Der Politikwissenschaftler Ismail Küpeli warnt, dass das Projekt “Rojava” zwischen Großmachtsinteressen zerrieben werden könnte.

n-tv.de: Vor zwei Jahren, nach der Befreiung von Kobane, war Rojava noch ein Traum der syrischen Kurden, es ging um Autonomie und Anerkennung, eine für die Verhältnisse des Nahen Ostens ganz eigene Idee von Staatswesen. Die Kurden wurden eine wichtige Kraft im internationalen Anti-IS-Bündnis. Heute ist die letzte IS-Stadt wohl gefallen. Wie steht es aber um das kurdische Projekt im Norden Syriens?

Ismail Küpeli: Vor zwei Jahren schien Rojava tatsächlich noch eher ein linker Traum zu sein, ein Ort, an dem Menschen ihre Utopien verwirklichen. Heute ist dieses syrische West-Kurdistan Realität, die aber die Widersprüche eines Bürgerkriegslandes aushalten muss. Insbesondere die umstrittene, aber lebenswichtige Kooperation mit den USA sorgt immer wieder für Kritik aus der linken Ecke. Das andere ist, dass die syrischen Kurdengebiete vor zwei, drei Jahren wegen der Belagerung von Kobane weltweit in den Medien waren. Jetzt ist das nicht mehr so, selbst die Befreiung von Rakka, der Hauptstadt des Islamischen Staates in Syrien, war kein großes Thema mehr.

Weiterlesen: Was wird aus “Rojava”?: “Die syrischen Kurden müssen aufpassen” (n-tv.de, 9. November 2017)

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