Der türkische Nationalismus als antipluralistische Ideologie

“In der Türkei hat sich seit über 100 Jahren eine Staatsideologie formiert, deren zentrale Säulen der Hass gegen Nicht-Muslime, die Ablehnung des Westens und das Streben nach einer homogenen türkischen Nation sind, in der die Einheit von Glaube, Sprache und Abstammung erreicht werden soll. Diese Staatsideologie hat seit etwa 40 Jahren einen stärker islamischen Charakter erhalten. Die türkisch-islamische Staatsideologie stellt in der Türkei das hegemoniale „Wissen“ dar und wird in Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen gelehrt und weiter reproduziert. Auch in Politik, Gesellschaft und Medien ist sie vorherrschend und erhält nur wenig Widerrede. Ganze Generationen sind mit dieser Staatsideologie aufgewachsen und haben so eine zutiefst antidemokratische und antipluralistische Weltsicht erhalten, in der die positiven Bezugspunkte nicht in der Moderne, sondern in den idealisierten und fantasierten Urzeiten der türkischen Nation und des Islam liegen”

Küpeli, Ismail (2020): Der türkische Nationalismus als antipluralistische Ideologie, in: Martin Jander / Anetta Kahane (Hrsg.): Gesichter der Antimoderne. Gefährdungen demokratischer Kultur in der Bundesrepublik Deutschland, Baden-Baden: Nomos Verlag, S. 305-318.

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