Von Corona bis Lira: Die Vielfachkrise der Türkei

In den vergangenen Wochen und Monaten machte die Türkei vor allem mit ihrer Außenpolitik Schlagzeilen. Neben den offenen Militärinterventionen in Nordsyrien und im Nordirak, bei denen es regelmäßig zu Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen, wie etwa die Ermordung und Folterung von Zivilist*innen durch türkische Truppen oder diesen nahestehende Milizen kommt, ist die Türkei inzwischen auch in Libyen und im Kaukasus militärisch involviert. Allerdings wurden die Provokationen der Türkei, beispielsweise die Hinterfragung der Meeresgrenzen in der Ägäis und im Mittelmeer sowie die Verstöße gegen die Grenzziehungen in Zypern, in der europäischen Öffentlichkeit deutlich intensiver rezipiert und debattiert als in der Türkei selbst. Dies hat zur Wahrnehmung der Türkei als Agressor und Störfaktor in der gesamten Region geführt. Gleichzeitig ist der Eindruck entstanden, die Türkei sei politisch besonders stark und die türkische Regierung könne die Politik der gesamten Region bestimmen. Diese Wahrnehmung entspricht durchaus den Interessen der türkischen Regierung unter Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan. Sie versucht seit längerem die innenpolitischen Probleme mit einer aggressiven Außenpolitik zu überspielen. Denn für die beiden bedrohlichsten Krisen des Landes, die weiter eskalierende Coronakrise und die sich dadurch ebenfalls verschärfende Wirtschaftskrise hat die türkische Regierung keine überzeugenden Krisenstrategien vorlegen können. […]

Weiterlesen: Von Corona bis Lira: Die Vielfachkrise der Türkei (Rosa-Luxemburg-Stiftung, 14. Dezember 2020)

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