Kategorie: Randnotizen

BUKO-Seminar: Antimuslimischer Rassismus in Deutschland (8.-9. April in Berlin)

“In den letzten Jahren zeigen sich verstärkt Ressentiments gegenüber Musliminnen und Muslimen bzw. Menschen, die als Muslime definiert werden. Sarrazin unterstellt Muslimen, weniger intelligent zu sein, in Dresden wurde Marwa El-Sherbini aus rassistischen Gründen ermordet, in Köln, ganz Nordrhein Westfalen und anderswo mobilisieren die PRO-Bewegungen gegen Muslime, in der Schweiz stimmte eine Mehrheit für ein Minarettverbot und in Frankreich wurde ein Verbot der Burka durchgesetzt. In all diesen Vorgängen zeigt sich ein antimuslimischer Rassismus, der Musliminnen als generell unterdrückte Frauen und Muslime als frauenfeindlich, homophob, antisemitisch und gewaltbereit stigmatisiert.

In einem Seminar möchten wir gemeinsam diskutieren, woher dieses Erstarken von antimuslimischem Rassismus in Deutschland und anderen Ländern Europas kommt. Welche Gründe gibt es für die Zunahme an Ressentiments nicht nur am rechten Rand der Gesellschaft, sondern zum Teil bis weit in der bürgerlichen Mitte hinein? Und welche Proteste gibt es gegen diese antimuslimischen Strömungen? Wie reagieren emanzipatorische Bewegungen in Deutschland und Europa auf die zunehmende Stigmatisierung von MuslimInnen? Wir wollen uns in diesem Seminar mit den theoretischen Konzepten zu Antimuslimischen Rassismus vertraut machen, um dann vor allem in Bezug auf die Praxis zu schauen, welche Gemeinsamkeiten all jene Vorgänge in Deutschland und Europa haben und eine Perspektive für eine vernetzte Gegenbewegung zu entwickeln.

Mit: *Ilka Eickhof (NARI -Netzwerk gegen Antimuslimischen Rassismus und Islamfeindlichkeit)* Hana Gunkel (BUKO)* Regina Schleicher (BUKO) * Ismail Küpeli (BUKO) * Allmende e.V. * Gruppe Soziale Kämpfe

Berlin, 8.-9. April 2011, Wo: Lascafé @ elok, Laskerstraße 6-8, 10245 Berlin (nahe S-Bf. Ostkreuz), Kontakt & Anmeldung: mail@buko.info | detailliertes Programm

Zum Thema ist im Winter 2010 das BUKO-Positionspapier “Immer die Anderen” erschienen, das auf dem Seminar vorgestellt werden soll. Es findet sich hier als PDF.”

http://www.buko.info/aktuelles/single-news/?tx_ttnews[tt_news]=94&cHash=0b510c8b10

Nordafrika, ‘1979’, ‘1989’ und die Analysen der Quacksalber

von Bernard Schmid

“Erleben wir im arabischen Raum gerade eine Zeitenwende, den Beginn einer neuen Epoche, mit neuen weltpolitischen Konstellationen, so wie 1989? Absolut ja: Der arabische Aufstand ist nicht mit der Implosion des sowjetischen Blocks vergleichbar – aber auch nicht mit der iranischen Revolution & Konterrevolution von 1979. Er wird etwas Neues hervorbringen. Nicht viel Neues hingegen bedeuten die Analysen der Quacksalber & Kurpfuscher, die ihre jeweilige Weltsicht in ihren Interpretationen der Ereignisse in Nordafrika (und inzwischen auch auf der arabischen Halbinsel) wiederzufinden versuchen. Handelt es sich in den Augen der Neokonservativen-Nachplapperer um eine angeblich lupenrein liberale pro-westliche Revolution, die zudem vermeintlich den Kriegskurs und die strategischen Ziele Bushs bestätigt, so suchen in Stalino-Tradition stehende Antiimperialisten ihr Heil in einer Annäherung der Umbruchstaaten an den iranisch/syrischen Regionalblock. […]” Weiterlesen…

BUKO-Seminar: Antimuslimischer Rassismus in Deutschland

8.-9.4. in Berlin

“In den letzten Jahren zeigen sich verstärkt Ressentiments gegenüber Musliminnen und Muslimen bzw. Menschen, die als Muslime definiert werden. Sarrazin unterstellt Muslimen, weniger intelligent zu sein, in Dresden wurde Marwa El-Sherbini aus rassistischen Gründen ermordet, in Köln, ganz Nordrhein Westfalen und anderswo mobilisieren die PRO-Bewegungen gegen Muslime, in der Schweiz stimmte eine Mehrheit für ein Minarettverbot und in Frankreich wurde ein Verbot der Burka durchgesetzt. In all diesen Vorgängen zeigt sich ein antimuslimischer Rassismus, der Musliminnen als generell unterdrückte Frauen und Muslime als frauenfeindlich, homophob, antisemitisch und gewaltbereit stigmatisiert.

In einem Seminar möchten wir gemeinsam diskutieren, woher dieses Erstarken von antimuslimischem Rassismus in Deutschland und anderen Ländern Europas kommt. Welche Gründe gibt es für die Zunahme an Ressentiments nicht nur am rechten Rand der Gesellschaft, sondern zum Teil bis weit in der bürgerlichen Mitte hinein? Und welche Proteste gibt es gegen diese antimuslimischen Strömungen? Wie reagieren emanzipatorische Bewegungen in Deutschland und Europa auf die zunehmende Stigmatisierung von MuslimInnen? Wir wollen uns in diesem Seminar mit den theoretischen Konzepten zu Antimuslimischen Rassismus vertraut machen, um dann vor allem in Bezug auf die Praxis zu schauen, welche Gemeinsamkeiten all jene Vorgänge in Deutschland und Europa haben und eine Perspektive für eine vernetzte Gegenbewegung zu entwickeln.

Berlin, 8.-9. April 2011, Wo: Lascafé @ elok, Laskerstraße 6-8, 10245 Berlin (nahe S-Bf. Ostkreuz), Kontakt & Anmeldung: mail@buko.info
Zum Thema ist im Winter 2010 das BUKO-Positionspapier “Immer die Anderen” erschienen, das auf dem Seminar vorgestellt werden soll. Es findet sich hier als PDF.”

http://www.buko.info/aktuelles/single-news/?tx_ttnews[tt_news]=94&cHash=0b510c8b10

iz3w Nr. 323 – Themenschwerpunkt Islamdebatte – Ganz unten angekommen

“Spätestens seit  9/11 wird weltweit eine erbitterte ‚Islamdebatte’ geführt. In den Medien tobt seither ein in seiner Rigorosität oft unerträglicher Schlagabtausch zwischen „IslamkritikerInnen“ und „IslamversteherInnen“. Auf beiden Seiten wird munter essentialisiert: Den einen gilt der Islam als per se friedliche Religion; der Islamismus wird als mehr oder minder randständige Abweichung vom wahren Geist der islamischen Religionslehre verharmlost. Reflexhaft wehren sie jede Religionskritik am Islam ab und verfangen sich in den Angeln des Kulturrelativismus oder des Orientalismus. Die anderen geißeln den Islam und den Koran als durchweg gewaltorientiert; er habe keine Aufklärung nach westlichem Vorbild durchlaufen und sei daher rückständig.

Unser Themenschwerpunkt soll nicht eruieren, was „der Islam“ wirklich ist oder welche Facetten er aufweist. Gegenstand ist vielmehr die Debatte über den Islam. Anders gesagt: Es geht um die kritische Analyse der Diskurse über den Islam – im Wissen, dass legitime Religions- und Ideologiekritik umschlagen kann in antimuslimisches Ressentiment.”

https://www.iz3w.org/zeitschrift/ausgaben/323

BUKO Positionspapier gegen den antimuslimischen Rassismus

Die Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) hat ein Positionspapier veröffentlicht:

Wir halten es für nötig, dass sich die BUKO klar gegen den – in Deutschland und anderen “westlichen” Ländern – immer weiter verbreiteten anti-muslimischen Rassismus (AMR) positioniert und zu einem verstärkten Eintreten der Linken in Deutschland dagegen aufruft. Dazu möchten wir zunächst klären, was wir unter anti-muslimische Rassismus verstehen, anschließend zeigen, wie Muslime/”Araber” im bisherigen und gegenwärtigen Diskurs beschrieben werden und welche Mechanismen eines anti-muslimischen Rassismus´ dabei zum Tragen kommen. Anschließen benennen wir Gründe, warum ein Eintreten gegen AMR aus unserer Sicht nötig ist und skizzieren abschließend einen Vorschlag dafür. Es geht uns dabei nicht darum, fundamentalistische, sexistische oder antisemitische Denkweisen oder Gruppen, egal welcher regionalen Herkunft oder religiösen Zugehörigkeit, zu verteidigen, sondern einer Form des Rassismus entgegen zu wirken, der auch in der Linken präsent ist.

Das komplette Papier findet sich als PDF hier: Immer die Anderen. Ein BUKO Positionspapier gegen Antimuslimischen Rassismus

Glaube und Herrschaft: Mit und gegen den Islam zu politischer Macht (4. Oktober 2010, Hannover)

“Islamistische Herrschaft ist geprägt von Unterdrückung und rigiden Regeln und muss aus einer humanistischen Perspektive scharf kritisiert werden. Zugleich finden in Deutschland und Europa politische Diskussionen über den Islam und muslimische Menschen statt, die deutlich geprägt sind von rassistischen Motiven. In diesem Spannungsfeld bewegt sich die Veranstaltung.

Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime wird über den “Islam als politische Bewegung” referieren: Was ist sein inhaltlicher und strategischer Kern? Welche Folgen hat islamistische Herrschaft für die betroffenen Gesellschaften und Menschen? Und was ist der “richtige” Umgang mit islamistischen Bewegungen?

In einem zweiten Vortrag wird Ismail Küpeli über Islamkritik zwischen Aufklärung und Ressentiment sprechen und den humanistischen bzw. rassistischen Gehalt des Islamdiskurses sowie die politischen Zielsetzungen der am Diskurs Beteiligten in Deutschland und Europa herausarbeiten.”

04.10.2010 | 19:00 Uhr | Pavillon am Raschplatz, Hannover

Programm der gesamten Veranstaltungsreihe

Veranstaltung: Jenseits von antimuslimischem Rassismus und Islamismus (7. Mai, Bochum)

WarmUp-Veranstaltung für den BUKO 2010 vom 13.-16.Mai in Tübingen

Wie lässt sich die Feindschaft gegenüber Muslimen in Deutschland kritisieren ohne die Kritik am Islamismus als politische Bewegung aufzugeben? Was ist überhaupt “Islamismus” und welche Probleme bringt er aus emanzipatorischer Perspektive mit sich? Welche Perspektiven gibt es jenseits von xenophober „Islamkritik“ und unkritischer Solidarisierung mit Muslimen?

Referent: Ismail Küpeli

Freitag, 7.5. 19:30 Uhr, Soziales Zentrum Bochum (www.sz-bochum.de), Josephstr. 2

Veranstaltung: Jenseits von antimuslimischem Rassismus und Islamismus

+ aktuelle Informationen zu den Gegenaktivitäten am 27. / 28. März in Duisburg

Ende März werden in Duisburg Aufmärsche von Pro-NRW und der NPD gegen die vermeintliche “Islamisierung Deutschlands” stattfinden. Gegen diese Aufmärsche hat sich ein breites Bündnis gebildet. Das Bündnis beschränkt sich (im Sinne einer Mobilisierungsfähigkeit) auf einfache antifaschistische und antirassistische Parolen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Aufmärsche von Rassisten und Neonazis zu blockieren ist legitim und richtig. Das muss hier nicht näher begründet und erklärt werden.
Allerdings macht der praktische Widerstand die Auseinandersetzung mit den politischen Inhalten der Rechten nicht überflüssig. Für eine grundlegende und emanzipatorische Kritik jenseits breiter Mobilisierungen ist in diesem Fall eine nähere inhaltliche Beschäftigung notwendig. Zum einen geht es darum, welche Spezifika der Rassismus gegen Muslime in Deutschland hat und ob hier von einem antimuslimischen Rassismus gesprochen werden kann. Dabei sollen mögliche Verbindungen zu der gängigen “Islamkritik” aufgezeigt werden. Zum zweiten geht es um eine emanzipatorische Kritik am Islamismus als politischer Bewegung. Die Schwierigkeit, eine solche Kritik zu formulieren, ohne von hegemonialen Diskursen absorbiert zu werden, ist offensichtlich. Vielfach wird berechtigte Kritik an konkreten islamistischen Inhalten und Praxen verwendet um Feindbilder zu konstruieren und den Rassismus in Deutschland zu legitimieren. Jedoch muss aus einer emanzipatorischen Perspektive jegliche reaktionäre Politik abgelehnt werden, unabhängig davon wie sie sich religiös legitimiert.

22. März 2010 19:30h

Cafe Zentral
Steinsche Gasse 48
47051 Duisburg

Macht[t]raum EU – Seminar zur Außenpolitik der EU

Mit dem Zusammenwachsen der EU formiert sich ein wirtschaftlicher, politischer und militärischer Macht-Raum mit dem Ziel, die EU „zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt“ zu machen und „die Stärkung der Rolle Europas in der Welt“ voranzutreiben. Dieser Macht-Traum findet sich in diversen Strategiepapieren der EU.
Das außenpolitische Engagement der EU konzentriert sich nicht mehr ausschließlich auf die Außenhandelspolitik, sondern erstreckt sich mittlerweile sowohl auf die Bereiche Sicherheits- und Entwicklungspolitik als auch auf die Regulation von Migration. In der EU-Sicherheitsstrategie wird formuliert: „Jede Situation erfordert den kohärenten Einsatz unserer Instrumente, einschließlich politischer, diplomatischer, entwicklungspolitischer und humanitärer Instrumente, sowie der Instrumente der Krisenreaktion, der wirtschaftlichen und handelspolitischen Zusammenarbeit und der zivilen und militärischen Krisenbewältigung.“
Konkret heißt das: Die EU-Agentur Frontex lässt mit Kriegsschiffen an den Außengrenzen der EU patroullieren, Militäreinsätze werden als Entwicklungshilfe abgerechnet und Freihandel wird über Menschenrechtsdiskurse durchgesetzt.
In dem Wochenendseminar Macht [t] raum EU werden wir uns mit der Außenpolitik der EU beschäftigen. Dabei konzentrieren wir uns auf die Bereiche Freihandel, Entwicklungspolitik, Militarisierung und Migration und nehmen deren Verflechtungen unter die Lupe. Wir wollen außerdem der Frage nachgehen, wie es der EU gelingt, sich in der breiten Öffentlichkeit als demokratisches Projekt darzustellen. Was können linke Bewegungen dem entgegensetzen?

Referent_innen
Bernd Kasparek / Karawane München. Für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen zu Migration und Frontex
Ismail Küpeli / Kritische Online-AG „Neue Kriege“ zu Militarisierung und Failed States
RAK – Rote Aktion Kornstrasse zu Widerstand und Militarisierung
Eberhard Albrecht / Ökumenisches Büro zu Freihandel
Andrés Schmidt, Zara Pfeiffer / Ökumenisches Büro zu Entwicklungspolitik

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